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FRICKTAL

Herbstvortrag Ausgrabungen

über die sensationellen archäologischen Ausgrabungen in Gipf-Oberfrick (Frühmittelalter) im Herbst im Raum Frick.
Weitere Informationen folgen in der Tagespresse und dieser Seite.

 




RIEDMATT, 24. September 2006

Herbstexkursion Tschamberhöhle

Tschamberhöhle am Sonntag, den 24. September 2006.

Beginn der Exkursion um 14:00 Uhr. Wir treffen uns beim Bahnhofsparkplatz (Parkplatz von Schloss Beuggen beim Bahnhof). Von Waldshut her kommt die Regionalbahn um 13:51 in Beuggen an. Zugabfahrt in Bad Säckingen 13:40, Laufenburg 13:32, Murg 13:35 (bei anderweitigen Abfahrtsorten bitte die örtlichen Fahrpläne beachten!).
Autofahrer folgen der Beschilderung. Von Bad Säckingen her kommend bei der ersten großen Ampelkreuzung nach Beuggen links abbiegen und unter der Unterführung hindurch. Danach geradeaus weiterfahren bis zu besagtem Parkplatz.

Fußmarsch nach Riedmatt am Rhein entlang. Die Höhlenbegehung ist zwischen 13:00 und 17:00 immer möglich. Ich schlage etwa 14:30 vor. Dauer: ca. 1 Stunde! Für Rollstuhlfahrer/Gehbehinderte wird vom Höhlenbesuch abgeraten.

Rückfahrt mit dem Zug ab Bahnhof Beuggen zu jeder vollen Stunde. 16:06 könnte eventuelle knapp werden. Ich plane eine Kurzinformation über Riedmatt oder über das Schloss und die Kommende Beuggen, eventuell nach einem gemeinsamen Rückmarsch nach Beuggen.


Eintrittspreis: Gruppe ab 30 Personen: Erwachsene 2,00 Euro; Kinder 1,50 Euro (aber mindestens 30,00 Euro je Gruppe), ansonsten Einzelpreise für Erwachsene: 2,50 Euro; Kinder 1,70 Euro.

Rudolf Steiner, Rheinfelden-Riedmatt




FRICKTAL, 2. September 2006

Jubiläum Bodenforschung

Zum Jubiläum 25 Jahre Freiwillige Bodenforscher der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde findet am Samstag, 2. September 2006 , eine öffentliche Veranstaltung statt unter dem Motto Ein archäologischer Nachmittag für Jung und Alt.




SÄCKINGEN, 11. Juni 2006

200 Jahre Ende von Vorderösterreich

Die Eröffnung der Sonderausstellung im Haus Fischerzunft beginnt am Sonntag, 11. Juni 2006, um 11:00 Uhr.




ROTTWEIL, 28. Mai 2006

Frühjahrsexkursion

Die Exkursion führt uns am 28. Mai 2006 nach Rottweil.

Weitere Informationen folgen mit dem Versand der Jahresschrift Anfang April.




MÖHLIN, 22. April 2006

Jahresversammlung

Am Samstag, 22. April 2006, um 14.30 Uhr im Hotel Adler an der Landstrasse 73 in Möhlin begann die Generalversammlung der FBVH. 

Nach dem statutarischen Teil Kurzvorträge zum Thema 25 Jahre Freiwillige Bodenforscher.

 

Weitere Informationen sind von (sk) im Südkurier in den Artikeln "DerZufall hilft" und "Heimatkunde ohne Grenzen" sowie von (RSt) in der Aargauer Zeitung dokumentiert:
Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde
Vorträge, Exkursionen und aktive Arbeitsgruppen prägen das Geschehen

In Möhlin fand die diesjährige Generalversammlung der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde statt. Auch in diesem Jahr konnte Vereinspräsident Linus Hüsser wieder zahlreiche Mitglieder von dies- und jenseits des Rheins begrüssen. In einem Rückblick erinnerte Hüsser an die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Sehr guten Anklang fand der Ausflug in den Kanton Uri mit dem Besuch der wichtigsten Stätten aus der Tells-Sage. Erwähnt wurden auch die laufenden Projekte. Eine Fachgruppe widmet sich der Sammlung von Sagen aus dem Fricktal und aus der badischen Nachbarschaft. Weitere engagierte Mitglieder befassen sich seit geraumer Zeit Bauernmöbel mit der Suche und der Renovation alter Bauernmöbel aus dem Fricktal und dem Hotzenwald.
Aus Anlass ihres 80-jährigen Bestehens startet die Vereinigung in den nächsten Wochen auf beiden Seiten des Rheins eine Jubiläumsaktion. Dabei können Schulen kostenfrei einige Exemplare der zweibändigen Landeskunde «Nachbarn am Hochrhein» als Buchpreise für besondere Leistungen ihrer Schüler beziehen. Hüsser konnte darüber hinaus mitteilen, dass die Vereinigung trotz ihres Alters zeitgemäss bleiben müsse und deshalb seit kurzem auch im Internet unter der Adresse www.fbvh.org vertreten sei.
Eine Änderung ergab sich in personeller Hinsicht. Als neues Mitglied wurde Robert Kroese aus Wil bei Laufenburg in den Vorstand gewählt. Kroese befasst sich schon seit Jahren neben seiner Berufstätigkeit her mit archäologischen Fragen. Auch im neuen Vereinsjahr stehen weitere Aktivitäten an. Schon Ende Mai findet ein Tagesausflug nach Rottweil statt. Die Herbstexkursion im September führt die Vereinsmitglieder in den Raum Beuggen und Riedmatt auf die badische Rheinseite. Hingewiesen wurde ferner auf eine Ausstellung im Haus Fischerzunft in Bad Säckingen zum Ende Vorderösterreichs vor 200 Jahren.
Nach dem offiziellen Teil der Versammlung berichteten die Vorstandsmitglieder Werner Brogli, Werner Fasolin und David Waelchli in fesselnden Vorträgen von den Ergebnissen ihrer jahrelangen Arbeit. So formierte sich in den vergangenen 25 Jahren die Fachgruppe der «Freiwilligen Bodenforscher» um den ehemaligen Vereinspräsidenten Werner Brogli aus Möhlin, die immer wieder beachtenswerte archäologische Funde ans Tageslicht bringt. Ebenso erfolgreich ist seit beinahe 20 Jahren die Gruppe «Bauernhausforschung», die von Werner Fasolin aus Gipf-Oberfrick angeführt wird.
Im Verlauf aller drei Vorträge wurde deutlich, dass gerade die spektakulärsten Funde mehr oder weniger durch Zufall erfolgten und oftmals nur durch das beherzte Eingreifen der genannten Fachgruppen gesichert und für die Nachwelt erhalten werden konnten. Hierzu zählen vor allem Tierfunde, die auf ein steinzeitliches Opferritual hin- weisen, ebenso wie die Entdeckung eines frühmittelalterlichen Gräberfeldes bei Möhlin sowie der Nachweis mittelalterlicher Bauformen von Bauernhäusern. (RSt)




GÖRWIHL, 7. April 2006

Vernissage Jahresschrift

Die Jahresschrift 2005, 79. Jahrgang, wurde in einer gediegenen Vernissage am 7. April 2006 in der alten Schulstube des Heimatmuseums Görwihl vorgestellt.


Schwerpunktthema: Das Ende Vorderösterreichs vor 200 Jahren.

 

Nachfolgende Artikel dokumentieren die gelungene Präsentation.

13. April 2006, Bezirksanzeiger (Dominik Senn)

Volkstradition trotzt Obrigkeit
Wie Palmtragen, Kettenspannen, Todtmooswallfahrt − und möglicherweise Feiertage − überleben

Fricktaler tun sich mitunter schwer mit obrigkeitlichen Massnatimen, welche an Traditionen rühren, wie die neulich propagierte Streichung gesetzlicher Feiertage durch die Regierung. Auch in der Vergangenheit hat Volkstradition behördlicher Willkür regelmässig die Stirn geboten, wie Historiker Werner Fasolin belegt.
Als «Flickwerk» bezeichnet Grossrat Otto Wertli in seiner Motion betreffend kantonales Einführungsgesetz zum eidgenössischen Arbeitsgesetz die vom Regierungsrat angestrebte Harmonisierung der Feiertage sowie die Angleichung an Nachbarkantone und entlarvt die Massnahme als «zentralistisch» und «unnötig», während die Regierung ja eigentlich nur das wirtschaftliche Volkswohl im Sinne hat, indem sie begründet, «diese (uneinheitliche) Regelung ist für die Wirtschaft unpraktisch und nicht zeitgemäss.» Tatsache ist: Traditionelle Feiertage wie Fronleichnam, Allerheiligen und Maria Himmelfahrt würden zu gewöhnlichen Werktagen. Hier entlädt sich der Volkszorn. Man ist brüskiert darob, wie die Regierung mittels Federstrich Traditionen mir nichts dir nichts aufhebt.
Fasolin hat im Fricker Gemeindearchiv andere Beispiele trotziger Auflehnung gegen Behördenwillkür aufgestöbert. So sind am vergangenen Palmsonntag in verschiedene Pfarrkirchen des Fricktals meterhohe geschmückte Palmbäumchen getragen worden; in Hornussen ist der Brauch dank einiger Frauen im Dorf durch ein gemeinsames Palmbinden vor dem Pfarrhaus wieder belebt worden. Der Brauch war vielerorts lange Zeit verschwunden. Ein Grund dafür dürfte Holzmangel gewesen sein. So sei an der Fricker Gemeindeversammlung am 5. April 1840 die Mitteilung verlesen worden:
«Da künftigen Sontag die Palmen gesegnet werden, und wegen so langen Stangen schon oft Unordnung stattfanden, auch durch Abhauen dieser schönen Keimling in den Waldungen Schaden zugefügt wird, so wird hiemit verbotten keine höhere Palmen als 10 Schu» zur Kirche zu tragen, wie Fasolin die Archivstelle in der soeben erschienenen Ausgabe 2005 der Heimatblätter «Vom Jura zum Schwarzwald» zitiert und festhält, «in Gipf ist das gleiche Verbott Publiziert worden.» 1883 hätte der Gemeinderat noch strenger verhandelt: «Vorsizzer theilt mit, dass er um dem unbefugten Abhauen von Palmenstängli zu steuren, eine geeignete Publikation erlassen habe, mit Strafandrohung im Uebertretungsfalle», was belege, dass der gemeine Bürger trotz Verbot am Brauch festgehalten hat und sich auch von Strafandrohungen nicht abschrecken liess. «10 Schu» sind zehn Fuss, das alte Längenmass steckt rund 30,4 cm ab. Somit wurden da von den Burschen und Mäd- chen Palmen von drei Metern und länger in die Kirche getragen. Je länger, desto bewunderter und stolzer war der Palmträger − und ist es heute noch.
Ein anderes Beispiel ist das Ketten- oder Seilspannen bei Hochzeiten, um den Brautzug zu stoppen und ein Trinkgeld zu erheischen. Schon 1812 habe das Oberamt Laufenburg respektive Oberamtmann Fendrich die Sitte verbieten wollen: «Aus hohem Auftrag wird diese üble Gewohnheit nun ganz bey strenger Strafe abgestellt, und die H. Ammänner beauftragt dieses Verbott öffentlich Jedermanns Wissen bekannt zu machen.» Der Brauch wird an einigen Orten im Fricktal heute noch gelebt. Wieder hatte die Obrigkeit vergeblich an der Tradition gerüttelt.

Paradebeispiel Todtmoos-Wallfahrt
Das Paradebeispiel ist die Todtmoos-Wallfahrt, wie sie Paul Hugger in seiner Broschüre «Die Wallfahrt von Hornussen nach Todtmoos» beschreibt. Strenge Vorschriften durch Kaiser Josephs II. schränkten im 18. Jahrhundert die Wallfahrt ein. Sie wurde jedoch heimlich weitergeführt. Nach 1803, der Vereinigung des Fricktals mit dem Aargau, setzte die liberale Kantonsregierung den Kampf gegen das Wallfahren fort und erliess Verbote und Weisungen, die jedoch nichts fruchteten. Die Seele des Widerstandes war Hornussen, als Ende Mai 1829 der Gemeinderat beschloss, eine grössere Wallfahrt zu organisieren, was für die Hauptverantwortlichen schwere Strafen bis hin zu Gefängnis absetzte. Die Kantonsbehörden hatten in dem Masse Erfolg, als im Laufe des 19. Jahrhunderts fast alle Wallfahrten von Fricktalern nach Todtmoos eingestellt wurden, eben bis auf die Hornusser, die unentwegt Jahr für Jahr, und zwar bis heute, eine dreistellige Mitgliederzahl für ihre Betprozession mobilisieren können.
Und so ist zu vermuten, dass auch bei der Feiertagsregelung noch nicht das letzte Wort gesprochen worden ist...

«Vom Jura zum Schwarzwald»
Der Beitrag in der soeben erschienenen 79. Ausgabe 2005 der Blätter für Heimatkunde und Heimatschutz «Vom Jura zum Schwarzwald», herausgegeben von der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, stammt von Vorstandsmitglied und Redaktor Fasolin, Gipf-Oberfrick. Die 170 Seiten starke Ausgabe enthält Beiträge über das Ende der Grafschaft Hauenstein, das Ende des Damenstifts Säckingen, den Zerfall der ehemaligen Vogtei Mettau, archäologische Ausgrabungen in Gipf-Oberfrick, die Tschamberhöhle bei Rheinfelden sowie Jahresberichte der Vereinigung und des Fricktaler Museums in Rheinfelden und in zwei Artikeln die erste wissenschaftlich erarbeitete Geschichte des Schulwesens in der Region. Die beiden Bildungsartikel nehmen mengenmässig fast zwei Drittel des neuen Hefts ein. Wer nicht Mitglied der Vereinigung ist und das Heft nicht gratis erhält, kann es bei der Gemeindekanzlei Zeihen bestellen bzw. erwerben.

13. April 2006, Neue Fricktaler Zeitung (Charlotte Fröse)

Vom Jura zum Schwarzwald

Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde legt 79. Jahresschrift auf

Zum 79. Mal präsentiert die grenzüberschreitende Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde unter dem Titel "Vom Jura zum Schwarzwald" eine Jahresschrift. Autoren von beiderseits des Rheins füllten die 160 Seiten starke Schrift mit neune Beiträgen.

GÖRWIHL. Mit den Worten, «Wer vieles bringt, bringt Vielen etwas», umschrieb Werner Fasolin, Aktuar der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, den Inhalt der neuen Jahresschrift. Ein grosser Teil des Inhalts ist dem Thema, «Schule und Bildung zwischen Jura und Schwarzwald» vorbehalten. Aus diesem Grund wurde die Vorstellung der Jahresschrift auch weit weg vom Rhein in den Hotzenwald nach Görwihl verlegt. Im dortigen Heimatmuseum befindet sich ein nachgestelltes Schulzimmer aus früheren Zeiten. «Ein idealer Ort um die Jahresschrift zu präsentieren», fand Vizepräsidentin Adelheid Enderle an der Präsentation am Freitagnachmittag. Der Präsident des Görwihler Heimatmuseums Harald Scheuble, Paul Eisenbeis und Bruno Feige begrüssten die Gäste.

Vom Gestern und Heute
Der Autor Patrick Bircher schrieb den ausführlichen Beitrag zur Schulgeschichte des Hochrheins. In seiner Abhandlung spannt der Autor einen weiten, Bogen von den mittelalterlichen Lateinschulen über Kaiserin Maria Theresias allgemeines Volksschulgesetz von 1774 bis zu den neusten Tendenzen im Bereich der Bildung zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Über dreissig Jahre Wirtschaftsgymnasium Bad Säckingen und die Entwicklung der Schule ist in der Jahresschrift von Thomas Blomenkamp, einem Lehrer der ersten Stunde der Schule, ebenfalls ein Bericht zu finden,
Über die spektakulären Oberfricker Funde einer alemannischen Siedlung haben Andrea Hep und Reto Marti unter der Mitarbeit von Hermann Huber und David Wälchli einen spannenden Bericht geschrieben. Viele erklärende Abbildungen untermauern das Geschriebene.
Dem Ende der vorderösterreichischen Herrschaft auf badischer Seite vor 200 Jahren sind zwei Beiträge gewidmet. Der Bad Säckinger Stadtarchivar Peter Müller schildert in verständlicher Art das Ende der Grafschaft Hauenstein. Mit dem Ende Vorderösterreichs war auch die Existenz des adeligen Dameastiftes Säckingen in Gefahr. Adelheid Enderle fasste die Geschehnisse um das Stift zusammen. Das Bildnis der letzten Fürstäbtissin, Maria-Anna von Hornstein-Göffingen, ziert übrigens das Titelblatt der diesjährigen Zeitschrift. Linus Hüsser nahm sich in einem Beitrag dem Zerfall der ehemaligen Vogtei Mettau an. Autor Rudolf Steiner ging der Bedeutung und der Entstehung des Namens der «Tschamberhöhle» nach. Abgerundet wird das Heft durch zwei kleine volkskundliche Beiträge von Werner Fasolin zu Themen der Erzählforschung und des Brauchtumswandels. Die Jahresschrift wurde in einer Auflage von 1250 Exemplaren gedruckt. Sie wird allen Mitgliedern der Vereinigung als Jahresgabe zugestellt. Das Heft kann aber auch direkt über die Vereinigung oder im Buchhandel bezogen werden,
Weitere Infos über die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde gibt es im Internet unter: ww.fbvh.org

 

11. April 2006, Südkurier (Baier)

Fundgrube der Hochrheingeschichte
Fricktalisch-Badische Vereinigung präsentiert im Heimatmuseum Görwihl ihre Broschüre "Vom Jura zum Schwarzwald"


Görwihl (msb)  Interessante Themen der Heimatgeschichte, zusammengefasst in 160 Seiten spannendem Lesematerial von insgesamt neun Autoren aus Deutschland und der Schweiz. Auch die diesjährige Ausgabe der Broschüre „Vom Jura zum Schwarzwald", herausgegeben von der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, bietet für interessierte Heimathistoriker wieder viele ansprechende Einblicke in geschichtliche Entwicklungen beiderseits des Rheins.

„Diese Broschüre ist wirklich eine Fundgrube", so bewertete Werner Fasolin, der Mitherausgeber von „Vom Jura zum Schwarzwald", die diesjährige Ausgabe. Wie immer haben die Verantwortlichen bei der Themenwahl großen Wert auf Vielseitigkeit gelegt, ganz nach dem Motto: „Wer Vieles bringt, bringt allen etwas", so Fasolin.

Trotzdem gibt es beim inzwischen schon 79. Jahrgang von „Vom Jura zum Schwarzwald" zwei große Themenschwerpunkte. Zum einen ist dies das Ende der Vorderösterreichischen Herrschaft am Hochrhein, das sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt. Entsprechend haben sich drei Autoren speziellen Themen in diesem Zusammenhang angenommen. Peter Müller vom Stadtarchiv Bad Säckingen und die Heimathistorikerin Adelheid Enderle behandeln in ihren Beiträgen die Auswirkungen des Wegfalls der Vorderösterreichischen Regierung auf der deutschen Seite. Peter Müller hat sich  in diesem Zusammenhang das Ende der Grafschaft Hauenstein vorgenommen, während Adelheid Enderle die Auflösung des Säckinger Frauenstifts thematisiert. Linus Hüsser betrachtet die gesamte Thematik dagegen anhand des Zerfalls der Vogtei Mettau vom eidgenössischen Blickwinkel.

Das eigentliche Herzstück der Broschüre ist aber dieses Mal die Schul- und Bildungsgeschichte am Hochrhein. Und aus diesem Grund haben sich die Herausgeber der Broschüre auch dazu entschlossen, ihr Werk in der alten Schule des Heimatmuseumss Görwihl vorzustellen. In einer sehr detaillierten und grundlegenden Studie, die mit 80 Seiten genau die Hälfte der Broschüre umfasst, zeichnete hierbei der Historiker Patrick Bircher die Entwicklung des Schulwesens in Deutschland und der Schweiz, mit allen seinen Gemeinsamkeiten und Unterschieden, präzise nach. Dabei deckt er den gesamten Zeitraum vom Mittelalter bis in die heutige Zeit ab.

Der Aufsatz „Dreissig Jahre Wirtschaftsgymnasium Bad Säckingen" von Thomas Blomenkamp zeigt dann aus der Sicht eines Lehrers der ersten Stunde ein neueress Beispiel des hiesigen Schulwesens.

Eines der spannendsten Themen behandeln die beiden Schweizer Archäologen Andrea Hep und Reto Marti. Sie berichten über Ausgrabungen von alten Alemannenhöfen in Oberfrick. David Wälchli, der eigentliche Entdecker dieser spektakulären Grabungsstätte, konnte dann auch aus erster Hand einige Eindrücke von den Grabungen geben: „Die Größe der Funde ist einfach einmalig. Und für die Forschung ist das ein großes Glück."

Die Broschüre "Vom Jura zum Schwarzwald" erscheint bereits zum 79. Mal. In diesem Jahr haben sich neun Autoren mit Beiträgen zu unterschiedlichen Themen beteiligt. Das Heft hat 160 Seiten. Die Auflage liegt bei 1200 Stück. Die Broschüre wird demnächst in den Buchhandlungen entlang des Rheins erhältlich sein.

Weitere Infos im Internet: www.fbvh.org

 


10. April 2006, Aargauer Zeitung (C. Hablützel)

Das Ende österreichischer Macht
79. Ausgabe der Jahresschrift der Fricktalisch-Badischen Vereinigung.

Die neue Jahresschrift der Fricktalisch-Badischen Vereinigung ist soeben erschienen. Vorstandsmitglied Werner Fasolin, Gipf-Oberfrick, präsentierte sie in einem historischen Schulzimmer: Der Schulraum mit den engen Bänken, Schiefertafeln und Schwämmen gehört zum Heimatmuseum Göhrwihl.
Als Schwerpunktthema der 79. Ausgabe habe man das Ende der österreichischen Herrschaft sowohl im Breisgau als auch im Fricktal vor 200 Jahren gewählt, erklärte Fasolin einleitend. Zu den schmerzlichen Ereignissen zähle die damalige Aufhebung des über tausend Jahre alten Damenstiftes Säckingen. Die Vizepräsidentin der Vereinigung, Adelheid Enderle aus Murg, schildert einfühlend die Säkularisierung des Säckinger Klosters und dessen Übernahme durch das Grossherzogtum Baden. Neben den materiellen und vermögensrechtlichen Fragen mussten auch die menschlichen Probleme, die Versorgung der Stiftsdamen geklärt werden.
Peter Ch. Müller, Stadtarchivar in Säckingen, beschreibt in seinem Beitrag das Ende der Grafschaft Hauenstein mit ihren acht Einungen. Nach der Neuordnung des europäischen Staatensystems durch den Wiener Kongress fiel die Grafschaft an das Grossherzogtum Baden. Die unter kaiserlich-österreichischem Regiment verbrieften Freiheiten und Privilegien der Hauensteiner gingen verloren. Das Land zwischen Todtmoos, Höchenschwand und Murg kam fortan unter grossherzoglich-badische Verwaltung.
Auch auf linksrheinischer Seite, im Fricktal, verursachte die Auflösung der österreichischen Macht spürbare Veränderungen. Am Beispiel der Vogtei Mettau mit den Orten Mettau, Etzgen, Oberhofen und Wil berichtet der Präsident der Vereinigung, Linus Hüsser, über den Zerfall der Vogtei und deren Auflösung in die vier Talgemeinden.

Lateinschule und Gymnasium
Breiten Raum nimmt die Arbeit von Patrick Bircher über "Schule und Bildung zwischen Jura und Schwarzwald" ein. Der ausführliche Beitrag schildert die Schulgeschichte am Hochrhein. Bircher spannt den Bogen von der mittelalterlichen Lateinschule über das Volksschulgesetz von Maria Theresia bis zu den gegenwärtigen Tendenzen im Bereiche der Bildung. Geschickt wechselt der Autor von hüben nach drüben. Die Schulsysteme im Grossherzogtum Baden und im Kanton Aargau werden einander gegenübergestellt. So erfährt man, dass in Säckingen ein Gymnasium installiert wurde, das aargauische Fricktal jedoch leer ausging. Der Gymnasiallehrer Thomas Blomenkamp aus Säckingen feiert in seinem Aufsatz das dreissigjährige Bestehen des Wirtschaftsgymnasiums Bad Säckingen.
Ergänzt wird die Jahresschrift 2006 durch einen archäologischen Beitrag von Andrea Hep und Reto Marti. Das Autorenteam beschreibt die Grabungen in Gipf-Oberfrick, die eine alemannische Siedlung aus dem 6./7. Jahrhundert zutage brachte. Holzbauten in Pfostentechnik im Ausmass von 14 mal 24 Metern wurden freigelegt. Bis heute waren Häu- ser aus dieser Zeit mit solch enormen Grundrissen in unserer Region nicht bekannt.
Rudolf Steiner, Säckingen, untersuchte die bekannte Tschamberhöhle in Riedmatt. In einer spannenden Abhandlung erklärt er den Werdegang dieser geologischen Erscheinung. Volkskundliche Beiträge von Werner Fasolin runden die Jahresschrift ab. Die 170 Seiten starke, gepflegte Broschüre wird bereichert durch eine Reihe von Illustrationen. Auf der farbigen Titelseite präsentiert sich die letzte Fürstäbtissin des Damenstiftes Säckingen, Maria Anna von Hornstein-Göffingen. (hc)


 
07.04.2010
Neue Jahresschrift

01.02.2010
..und der Preis geht an...

01.06.2009
Sagenbuch mit MundART CD


 
 
 
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